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KStA , 13.November 2008 Petra Clemens hat die Geschichte von Nico und Zoe fürs Theater umgeschrieben. Heraus kamen eine Menge kleiner Szenen, die ganz einfach und schlicht und ohne großes Brimborium Mobbing bei Schülern thematisieren – oder besser: bei Schülerinnen. Denn die beiden Hauptakteure sind bei Petra Clemens Mädchen. Damit entzaubert sie die Weiblichkeit. Ja, auch Mädchen können schlagen und beleidigen, können treten und per Telefon terrorisieren, ist die Botschaft. Längst spielen sich solche Brutalitäten nicht nur in Jungenkreisen ab. Petra Clemens hat es geschafft, sich aufs Wesentliche zu konzentrieren. Innerhalb von nur einer Stunde war den Zuschauern klar, wie Mobbing innerhalb einer Schülergruppe funktioniert. Langsam, aber stetig wird die Gemobbte eingeschüchtert und ihrer ehrlichen und vertrauten Kontakte entzogen. Niemand glaubt ihr mehr. Überaus glaubwürdig spielte Laura Bakowsky die Getretene. Die geplanten und wohldurchdachten Anschläge von Zoe und der zunehmende Vertrauensverlust machen das Mädchen verzweifelt. Und diese Verzweiflung und Hilflosigkeit war in der letzten Ecke der Aula spürbar. Da mochte man ihr selbst den Wunsch „ich hau ihr die Fresse ein“ nicht übel nehmen. Ja, und dann Zoe auf der anderen Seite. Yavanna Pütz spielte dieses dreiste, immer kaugummikauende Mädchen, das seine Mitschülerin wie einen „Klumpen Kotze“, wie „Schmutz und Dreck“, wie einen „Haufen Scheiße“ behandelt. Yavanna Pütz machte das hervorragend. Die Geschichtslehrerin ergreift Partei für die doch ach so nette Zoe, die zwar „etwas unnahbar“ sei, aber der man einfach nur helfen müsse. Eine klare Botschaft an Pädagogen, sich nicht blenden zu lassen, sondern stattdessen zu buddeln und zu graben, um zu verstehen. Denn in erster Linie gehe es doch darum, einen Menschen vor seelischen und körperlichen Traktierungen zu schützen, erst in zweiter Linie darum, einen Mobber zu verstehen und ihm zu helfen. Die jungen Akteure der beiden Theater hatten genau nur eine Woche Zeit, sich in das Thema einzufühlen und ihre Rollen zu studieren. Und das machten sie wirklich prima, vielleicht auch deshalb, weil die Schule für sie noch so nah ist. Die Premiere im Lise-Meitner-Gymnasium war gleichzeitig die letzte Vorstellung. Schade eigentlich. Link und Bilder
Heiligenhaus - Nun startet am 25. August die Projektwoche „Zahlenzauber“ – Eine Reise in die Welt der Zahlen. Petra Clement wird gemeinsam mit allen Kindern der Schule und ihren Lehrerinnen ein Musical erarbeiten, in Szene setzen, filmen und schließlich der Öffentlichkeit vorstellen. Vom Erlernen der Lieder über Choreografie, Bühnenbild, Improvisationsspiel und Kameraführung werden die Kinder selber die Hauptaktiven sein. Jeden Tag von 8 bis 11.35 Uhr und nachmittags in der Ogata wird geübt, trainiert, gebastelt und gebaut. Am 29. August schließlich wird im Rahmen eines Schulfestes das Geprobte vorgeführt. Bei schönem Wetter auf dem Schulhof der Grundschule, bei Regen in den Innenräumen. Start und erste Aufführung ist um 15 Uhr. Zusätzlich gibt es einen Stationenlauf zum Thema „Zahlen“, die Cafeteria bewirtet die Gäste mit selbstgebackenen Kuchen und Spezialitäten aus den Heimatländern und schließlich werden Filme vorgeführt: vom letzten Projekt mit dem Bildhauer Berthold Welter und vom Tanzfest der Schulen.Das Schulfest endet um 17.30 Uhr. Zum Mitmachen, Gucken und Dabeisein wird herzlich eingeladen. Witziges unter dem Schutzhelm Herrlich schräg kam die Dreiecksgeschichte um die schöne Sängerin Christine (Laura Bakowsky), den jungen Grafen Raoul (Markus Lingstädt) und das Phantom (Benjamin Trzeciak) denn auch daher. Ob als Roman, Bühnenfassung, Film oder Musical - das „Phantom der Oper“ ist seit hundert Jahren im Kulturbetrieb präsent. Aber dass die Zuschauer die Kulisse nur mit Schutzhelmen betreten können, dürfte eine Neuheit sein. Für eine Szene in der Garderobe der Pariser Oper folgte das überwiegend junge Publikum Petra Clemens und den Akteuren in die große KAW-Halle, der zurzeit das Dach fehlt. Weil nicht genügend Helme für alle da waren, wurde die Szene so lange wiederholt, bis sie jeder gesehen hatte. Sehenswert war das Spiel ohne Sprache allemal. Die Akteure erzählten die Geschichte nur durch Mimik und Gestik, Patrick Steiner fungierte als Sprecher, die Regisseurin gab ihre Anweisungen spontan per Megaphon. Dazu gab es Live-Musik mit Keyboard und Gitarre, für den Gesang sorgten zwei renommierte Darsteller. Eric Rentmeister, der an der Folkwang- Hochschule in Schauspiel, Gesang und Tanz ausgebildet wurde, sang mit Claudia Sowa, eine von drei künstlerischen Leiterinnen des Jungen Theaters. Dort stand auch Rentmeister früher auf der Bühne. Die Kooperation Leverkusener Künstler mit W.Erk-Theater, matchboxtheater und dem Jungen Theater Leverkusen war kurzweilig und gespickt mit witzigen Momenten. KStA,
16.September 2007 Wie passieren Morde? Die Antwort: Sie passieren beiläufig. Zumindest die drei, von denen Autor Neil LaBute seine Protagonisten berichten lässt. Menschen wie Du und ich sitzen auf der Bühne und erzählen, nehmen das Publikum mit auf eine Reise in die jüngere Vergangenheit und die Abgründe vermeintlicher Durchschnittsmenschen. Der Geschäftsmann (Benjamin Trzeciak) zum Beispiel. Er lässt sein Baby unter der Bettdecke ersticken. Die Angst, seinen Job zu verlieren, lähmt ihn, als die kleine Emma seine Hilfe braucht. Doch er rührt sich nicht. Einen Mann, der sein Kind verloren hat, feuert man doch nicht. „Das Schicksal hat sie uns genommen“, sagt er. „Bash! „Bash“ steht im Englischen sowohl für Party als auch für Schlag. Manchmal ist die Party mit einem Schlag vorbei, so wie bei Hanna und Samuel. Schick haben sich die beiden gemacht, weil sie zur großen Sause nach Köln fahren. Nobelhotel, Tüllkleid und die beiden Schüler wahnsinnig verliebt ineinander. Hanna (Melissa Pohlman) hält sich an ihrer Halskette fest wie an einem Rettungsanker, als sie vom Abend in der Großstadt erzählt. Einem Abend, der nichts verändert hat. Einen Homosexuellen haben Samuel (Sven Golze) und seine Freunde tot geprügelt. Ruhig berichtet er davon, rechtfertigt sich, die Hände vor der Brust verschränkt, mit einem Schulterzucken: „Ich kenne die Bibel und das ist unrecht.“ Ende der Durchsage. Rückfahrt nach Hause und ab zur Gemeindeversammlung. Das fünfte Gebot erwähnt er nicht. Regisseurin Petra Clemens will mit „Bash!“ zum Nachdenken anregen: Was ist gerecht, was ist gut? Die drei Episoden bringen jene Schlagzeilen, mit denen wir tagtäglich konfrontiert werden, nahe, verleihen Mordmeldungen ein Gesicht. So wie das von Schauspielerin Mirka Pigulla. Ein hübsches Gesicht, aber gezeichnet, die Mundwinkel hängen nach unten. Nervös spielt die Frau mit einem Feuerzeug. Immer wieder macht sie lange Pausen, träumt sich mit geschlossenen Augen weg. Mit ihren Worten bestimmt sie, wie viel sie von ihrer Geschichte preisgeben will, Stück für Stück fügt sich das Bild zusammen. Als Teenager geschwängert von ihrem Lehrer, der die Flucht ergreift. Sie spricht leise, doch die Wut bricht immer wieder durch. Nach 14 Jahren ein einziges Wiedersehen: Vater, Mutter, Kind. Weil sie im Blick des Vaters die Genugtuung sieht, dass er damals davon gekommen ist, muss einer sterben. Das letzte Stück des Abends ist dank Mirka Pigulla besonders bemerkenswert. Und Petra Clemens hat ihr Ziel erreicht. Mit einem Kopf voller Fragen geht es ab nach Hause. Bash! Ende der Vorstellung, aber nicht der Durchsage. Weitere Aufführungen von „Bash- Stücke der letzten Tage“ gibt es am 26. und 27. Oktober sowie am 23. und 24. November, jeweils um 20 Uhr im Jungen Theater, Wiembachallee 42.
Sie schreiben es sogar dazu, die Leute vom matchboxtheater: „Dieses Stück ist für Menschen unter 14 Jahren NICHT geeignet.“ Was mag das wohl geben, denkt man da mit Blick auf den Titel des Stücks: „Popcorn“. Wen es allzu sorglos ins Theater treibt, der erlebt selbst dann noch sein blaues Wunder, wenn er nach einigen Minuten denkt, die soeben vernommenen bösen Wörter seien wohl der Grund für die Altersbeschränkung. Denn da hätte man die Rechnung ohne Petra Clemens gemacht, die Leverkusener
Regisseurin und Filmemacherin mit dem Hang zum schwarzen Schrecken, und
ohne Dirk Volpert - gemeinsam haben sie das Stück aus der Feder des Briten
Ben Elton inszeniert. Geschickt nutzten sie die düstere und beengte Atmosphäre
in dem völlig abgedunkelten, kleinen Theatersaal. Was bei so netten wie
blutrünstigen Komödien wie „Kille Kille“ noch einen wohligen Schauer bei
den Zuschauern hervorrief, steigerten Clemens und Volpert nun streckenweise
zu echter Beklemmung. Die Absurdität, mit der ein Regisseur von Brutalorgien und ein mordender
Psychopath ihre Taten zu rechtfertigen suchen, wird eher lieblos von der
Bühne geschlabbert.
KStA, 14.Oktober 2004 "Es gibt keinen Sitzplatzanspruch!" Das war der meistgesagte Satz von
Mitorganisatorin Petra Clemens bei der Preisverleihung des 1. Grand Prix
du Film de NRW, des Kurzfilmpreises, der am vergangenen Samstag im Kulturausbesserungswerk
seinen Höhepunkt fand. Zum einen die "Siebenjungencrew" mit dem Actionfilm "Ich verfluche dich", "Sinus und Cosinus" mit dem Heimatfilm "Kurierfahrt durch die Nacht" sowie das Leverkusener Team "Montagsdarter" mit dem Science-Fiction-Film "Montags ist Hüte tragen verboten". "GI-Productions" ist der Name des zweitplatzierten Teams. In ihrem Krimi "Warum?" hat ein Mann, in einem Taxi sitzend und von einer Frau mit einer Waffe bedroht, fünf Minuten Zeit zu erklären, wo ihr Koffer geblieben ist. Das tut er, und die abstruse Geschichte brachte das Publikum ein ums andere Mal zum Lachen. Eindeutiger Sieger Der mit 106 von 108 möglichen Punkten überragende Sieger war aber das
Team "Nebulae Pictures", das mit seiner Dokumentation "Guten Tag und auf
Wiedersehen" schon der Favorit beim Publikumsvoting war. KStA, 12.Juli 2004 Petra Clemens inszenierte den "Siggi" nämlich als absurdes Theater.
Und jeder verstand, worum es ging. Ein dicklicher Drache wälzt sich durch
die Botanik an der Wuppermündung in Rheindorf. Ein Schatz ist im Spiel.
Und wenn der Held in Ballonseide und Badelatschen daherkommt, dann ist
die Geschichte erst recht spannend. Grün auf dem Kopf Neben dem niedergemetzelten Drachen Fafner wird eine Zinkwanne aufgestellt,
damit Siegfried im Blut baden kann, um nie mehr verletzt zu werden. Rheinische Post, 16.März 2004 Diesen Briefroman inszenierte Petra Clemens in einer szenischen Lesung im Kulturausbesserungswerk in Opladen. Eine Fiktion, die mehr über die damalige Realität verriet als mancher Tatsachenbericht. Denn aus einer engen, deutsch-jüdischen Freundschaft wurde Feindschaft. Die Briefe dokumentieren diesen Wandel. Bruch einer Freundschaft Mit der Rückkehr von Martin Schulse (Wolfgang Müller) in seine Heimat
Deutschland im Jahr 1932 begann der Wandel. Freund und Geschäftpartner
Max Eisenstein (Klaus Huber) führt in Kalifornien die gemeinsame Galerie
weiter. In seinen Briefen trauert Max der gemeinsamen Zeit hinterher,
während Martin von seinem neuen Leben schwärmt. Immer mehr Sorge schleicht
sich in die Briefe von Max. Die neuen Verhältnisse unter Adolf Hitler
beunruhigen ihn. Auch Martin zweifelt zunächst am "Mann der Tat", aber
bald sind seine Zweifel aus dem Weg geräumt. Er bekleidet ein öffentliches
Amt und wird Parteimitglied. Martin verbietet das Senden weiterer Briefe
an seine Privatadresse, denn er weiß jetzt: "Die jüdische Rasse ist ein
Schandfleck und wir sind keine Freunde mehr. Originale von 1933 "Unerwartet ist die Tatsache, dass beide verloren haben", erklärte Regisseurin
Petra Clemens. Rheinische Post, 11.Februar 2004 Opladen. Diese Nager sorgten nicht nur für panische Schreie des weiblichen Teils des Publikums, sondern für lautes Gelächter im Café des KulturAusbesserungswerks. Zum ersten Mal traten die "Hüpfratten" bei Leverkusens kleinster Sitzung auf - und waren in ihren bunten Kostümen und Improvisationstheater-Einlage zum Schreien komisch. Nicht umsonst ist der Name der Leverkusener Gruppe an die Bonner Springmäuse angelehnt. Geschichten aus Zurufen Wie die Bonner Truppe aus der ehemaligen Bundeshauptstadt machten sie aus Zurufen aus dem Publikum einzigartige weil spontan kreierte Geschichten. Die Vorgabe "als Nikoläuse Ostern auf der Straße im Hederichsfeld" setzte das fünfköpfige Ensemble gekonnt um. Dabei mussten sie bei ihren Einlagen als zusätzliche Erschwernis in der Reihenfolge des Alphabet durchqueren. Gegründet hat die "Hüpfratten die in unterschiedlicher Besetzungsstärke ihre Auftritte haben, Petra Clemen. Sie gab auch den Anstoß für den Auftritt bei Leverkusens kleinste Sitzung. Den vor seinem Tod im vergangenen Jahr hatte Organisator und Sitzungspräsident Johannes Boddenberg sie um das Mitwirken bei der Veranstaltung gebeten. Ohnehin war "Jobo" bei der ersten "kleinsten Sitzung" ohne sein Mitwirken doch irgendwie präsent. Nicht nur, weil die erfrischende Verquickung von Karneval und Kabarett, die längst Kultstatus erreicht hat, seine Idee war. Auch, weil sich seine Mitstreiter überlegen mussten, ob und wie sie weitermachen. Ein Organisationskomitee kümmerte sich um die Durchführung der Veranstaltung. Und Boddenbergs Ableben wurde so ins Programm integriert, wie er selbst es sich wohl gewünscht hätte - in Form einer Programmeinlage. Auch ohne Jobo weitergemacht Rückwärts laufend und singend (manch einer brauchte etwas, bis er "Nesukrevel"
als umgedrehtes "Leverkusen" erkannte) kamen die Mitwirkenden zu Beginn
auf die Bühne. "Wir haben versucht, die Zeit zurück zu drehen Denn er
ist nicht mehr da, unser Sitzungspräsident", sagte Wolfgang Müller-Schlesinger
in seiner Paraderolle als betrunkener Prinz Karneval. "Wir sind uns sicher,
dass Jobo gewollt hätte, dass die Sitzung weitergeht - auch ohne ihn"
erklärte er weiter. Eins ist klar. Wenn Boddenberg, wie der Karnevalist
sagt, vom "Himmelspötzche" aus zugeschaut haben sollte, wird ihm die Kleinste
Sitzung so viel Spaß gemacht haben, wie schon zu Lebzeiten.
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